Allrounder Aluminium: Verwendung in der Industrie


Aluminium in Industrieanwendungen

Aluminium ist ein leichtes Material und durch die Ausbildung einer natürlichen Oxydhaut gegen Korrosion geschützt. Aluminium hat zwei Eigenschaften, die es für die Industrie besonders interessant macht: Ihre einfache Verformbarkeit und die Möglichkeit, es mit vielen anderen Metallen zu legieren. Daher wird es im Bauwesen, Automobil-, und Luftfahrtbereich eingesetzt.

Unterschiedliche Aluminiumlegierungen

Durch Legieren von Aluminium mit anderen Metallen, wie Mangan, Magnesium, Kupfer, Silicium, Zink und Nickel entsteht ein großes Spektrum an Materialien mit besonderen Festigkeitswerten und Eigenschaften. Diese werden mittels spezifischen Behandlungstemperatur erreicht.

Geprägt, glänzend und gebürstet

Veredelungen von Aluminiumfolien

Die Aluminium Folien und Bänder werden in Legierungen wie EN-AW 1050, 1200, 8079, 8011, 8111, 3003 und 5754 hergestellt.

Die Legierung EN-AW 1050

Basis zur Herstellung dieser Legierungen ist die 1050. Alternative Namen sind AI99.5, Werkstoff 3.0255, “normale Reinheit” oder “Reinaluminium”.

Laut EN Norm oder ASTM B 491 und ISO 6361 sollen 1050 Aluminiumfolien mindestens 99,5% Aluminium beinhalten und max. 0,4% Eisen und max. 0,25 Silicium. Der Anteil von anderen Elementen wie Kupfer, Magnesium, Zink, Titan, Mangan darf 0.05% insgesamt nicht übersteigen.

Typische Eigenschaften von Aluminium:

– Sehr hohe Korrosionsbeständigkeit gegen atmosphärische Korrosion
– Sehr gute Verformbarkeit und Schweißbarkeit
– Hohe Wärme- und elektrische Leitfähigkeit (insbesondere für EN AW-1350)
– Dekorativ durch glänzende Oberfläche

Durch diese physikalischen Eigenschaften ist Aluminium 1050 besonders geeignet für:

– Apparate, Behälter und Rohrleitungen für die chemische Industrie und die Lebensmittelindustrie
– Folien und dünne Bänder welche nachher für Verpackungen verwendet werden
– Heizungsrohre, Glas-Verschlüsse, Druckplatten (Offset)
– Bänder für Wärmetauscher, Boiler und Isolierungen
– Tiefzieh-, Druck- und Blechformteile, Fließpressteile
– Lichtreflektoren, Architektur

EN-AW 1200

Die Legierung EN-AW 1200 besteht aus 99% Aluminium, der Eisen und Silizium Gehalt dürfen zusammen nicht mehr als 1% betragen.

Die Legierungen EN-AW 1200, sowie EN-AW 8079 werden meist für Aluminium Bänder und Folien verwendet. Die ausgezeichnete Korrosionsbeständigkeit, die hohe elektrische Leitfähigkeit und die Wärmeleitfähigkeit sind hier die ausschlaggebenden Eigenschaften. Wobei EN-AW 8079 einen höheren Eisengehalt besitzt.

Weitere Verwendungen:

– Halbleiter
– Kondensatoren
– Wärmeaustauscher
– Verpackungsfolie
– chemischen Anlagen

EN-AW 5754

Aluminium, viele Legierungen und Anwendungen

Aluminium ist ein echter Allrounder

Das EN-AW 5754, auch AlMg3, ist eine nicht aushärtbare Aluminium Legierung aus der 5000er Familie mit einem Aluminium-Gehalt von 94.2% bis 97.4%. Der Magnesium-Gehalt bei dieser Legierung muss zwischen 2.6% und 3.6% betragen. Der Anteil an anderen Elementen wird meist unter 0.15% gehalten. Dadurch ist EN-AW 5754 sehr gut seewasserbeständig, anodisierbar und gut schweißbar. Die 5754er Legierung findet Anwendung für:

– Maschinen- und Vorrichtungsbau
– Behälterbau
– Schiffsbau
– Lebensmittelindustrie
– Arbeiten bei Temperaturen bis 120 C°

Aluminium in der Industrie

Dünne Aluminiumfolien im Bereich 6µ bis 300 µ sind bedruckbar und um die Reißfestigkeit zu erhöhen, werden sie mit Papier oder Kunststofffilmen versehen. Es werden verschiedene Aluminium Folien, Schichten und andere Materialien miteinander verschmolzen, um ein sogenanntes dickeres “Aluminium Band” zu erzeugen.

Diese Verbundstoffe lassen sich lackieren und bedrucken.
Die druckbaren Folien gelten als absolutes Hightech Produkt, ebenso wie laminierte oder kaschierte Aluminium Folien, welche aus der Industrie nicht mehr wegzudenken sind.

Mit Eigenschaften wie Fettabweisung, Lichtundurchlässigkeit und Pasteurisierbarkeit ist Aluminium in der Lebensmittelindustrie unentbehrlich.  Zudem gibt es keine wirklich Alternative.

Weniger umstritten ist die Verwendung relativ dicker Aluminiumfolien für die Wärmedämmung. Es kling vielleicht nicht besonders logisch, da Aluminium ein exzellenter Wärmeleiter ist. Aber eine Kombination aus Steinwolle oder Glaswolle mit Kunststoffgelege und Gewebe verbunden mit Aluminium, ergeben o eine hervorragende Wärmeisolation. Solche Materialien sind für die Industrie wie auch für Wohnungen bestens geeignet. Die äußere Aluminiumschicht schützt die anderen Isolationsmaterialien gegen Umwelteinflüsse und, je nach Verwendungszweck, gegen hohe oder tiefe Temperaturen.

Bei der Dämmung von tiefen, wie auch von hohen Temperaturen, spielt die Anzahl an Schichten für die Effizienz der Isolation eine große Rolle. Die Auswahl des richtigen Materials hängt hingegen stark vom Verwendungszweck der Isolation ab. So sollten bei Hochtemperatur Isolationen Kunststoffe oder Stoffe mit tiefem Schmelzpunkt vermieden werden.

Ein weiterer großer Vorteil von Aluminium ist die vollständige Recyclebarkeit. Die einfachste Entsorgung und Wiederverwendung von Aluminium besteht in der Einarbeitung von Isolationsmaterialien.

Aluminium ist zudem wasserdampfdicht. Man spricht auch von einer sogenannten Feuchtigkeitssperre. Für diesen Zweck verwendet, findet man Aluminium häufig beim Bau einer Sauna. Dabei wird die Aluminiumbeschichtung im Boden eingebracht. Dies verhindert dann, dass Stauwasser durch kapillare Kräfte in den Fußböden oder in die Wände gelangen.

Aluminium findet unter anderem auch als Dampfsperre Verwendung. Viele Dächer haben in ihrem Aufbau Aluminium vorhanden, um Feuchtigkeitsschäden oder Schimmel zu verhindern. Die Dampfsperre verhindert Diffusionsvorgänge.

Solche Aluminium Folien bestehen meist aus folgenden Materialien:
– PE Polyethylen
– Glasfasergewebe oder -gelege
– Aluminium

Aber auch als Lebensretter wird Aluminium eingesetzt. Eine Rettungsdecke schützt vor Unterkühlung und Erfrieren – dank Aluminium. Aluminium hat nämlich noch eine weitere, bemerkenswerte Eigenschaft: Es reflektiert Wärme, stoppt also Wärmestrahlung. So wird bei der Rettungsdecke die körpereigene Wärmestrahlung durch das Aluminium reflektiert und hält uns somit warm. Dieser Effekt wird ebenfalls in der Sauna ausgenutzt. Durch die Wärmereflektion wird weniger Energie benötigt, um die gewünschte Temperatur zu halten.