Blisterverpackungen für Handel und Industrie


Bei Lebensmittelverpackungen sind Aluminium, hier insbesondere Aluminiumfolie, aber auch Kunststofffolien, nicht mehr wegzudenken. Blisterverpackungen finden sich sowohl in der Lebensmittel-, als auch in der Pharmaindustrie, aber auch bei Produkten aller Art, als geeignete und sichere Verpackungen.

Insbesondere Lebensmittel brauchen eine sichere Umverpackung, die die geforderten Eigenschaften mit sich bringen. Grundstoff ist fast immer Aluminium, mit seinen hervorragenden physikalischen Eigenschaften. Aber auch Kunststoffe kommen bei Blisterverpackungen zur Verwendung. Eines haben aber alle Arten von Blisterverpackungen gemeinsam – sie präsentieren Produkte gut geschützt, bleiben dabei aber stets sichtbar. Sichtverpackungen spielen am POS ihre Vorteile aus!

Blisterverpackung für Handel und Industrie

Blisterverpackung für Handel und Industrie. Zahnbürsten in einer Blisterverpackung.

Anwendungsbeispiele von Blisterverpackung

Wer kennt das nicht, da kommt ein verschwindet kleiner USB-Stick daher und könnte glatt mit Dutzenden anderer USB-Sticks in einer Kiste im Regal liegen. Solch kleine Dinge, wie es der heutige USB-Stick ist, wurden früher sicherlich einzeln und unverpackt präsentiert und auch so verkauft. Das alles gehört aber längst der Vergangenheit an. Heute finden sich USB-Sticks, Glühbirnen, Rasierapparate, wie auch Kosmetik, wie selbstverständlich in einer Sichtverpackung.

Blisterverpackung für Handel und Industrie

Blisterverpackung für Handel und Industrie

Der Kunde hat sich daran gewöhnt und greift gerne zu dieser Verpackung. Der Handel kommt ohne Sichtverpackungen nicht mehr aus, auch wenn er es wollte. Zu sehr ist die Warenpräsentation am Point of Sale (POS) auf diese Standards eingespielt. Kleine Produkte verschwinden nicht so schnell bei Ladendieben und insgesamt ist das Erscheinungsbild hochwertig.

Oft werden die Produkte in den Sichtverpackungen vor einer Papprückwand präsentiert, auf denen die Produkteigenschaften dargestellt sind. Bestes Beispiel sind Leuchtmittel aller Art, die einst noch in Pappschachteln verkauft wurden und teilweise immer noch werden, aber man in Industrie und Handel zunehmend auf die Sichtverpackung zurückgreift. Für die Einzelhändler hat die Sichtverpackung nur handfeste Vorteile am POS. Die Halterungen sind standardisiert und Ware kann über Euroslots präsentiert werden. Auch erleichtert sich die Bevorratung und spätere Inventur merklich. In der Regel finden sich Sichtverpackungen als so genannte Klemmverpackungen, Schweißverpackungen und Heftverpackungen.

Schutz vor Staub Schutz vor Feuchtigkeit Schutz vor Oxidation
Kunststoffblister, auf Karton gesiegelt (Standard) + o/- o
Kunststoffschiebeblister mit Umbug + losem Kartondeckel o
loses Schiebeblister in ausgestanzter Kartonführung o
loses Schiebeblister Karton doppelt (Rückseite geschlossen) o
Kunststoffblister lose zwischen zwei Kartons o/+
Kunststoffblister lose im Klappkarton o/+
Kunststoffblister + lose Karte + Packgutt vor dem Blister
Vollkunststoffblister, versiegelt, bedruckt + + +
Vollkunststoffblister, versiegelt, mit Einlegeetikette + + +
Vollkunststoffblister mit Hinterschnittverschluß, 2tlg. o/+
Vollkunststoffblister mit Druckknopfverschluß, 2tlg. o/+
Kunststoffverpackung mit Scharnier +
Vollkartonblister, Haube auf Vorder- oder Rückseite

Legend: “++” sehr gut, “+” gut, “o” mangelhaft, “-” ungenügend.
Tabelle: Eigenschaften von Blisterverpackungen im Vergleich in Bezug auf Information (nach Schwarzman)
 

Information. Sicht des Packgutes Information durch Text und Bild Prüfmöglichkeit der Ware vor Kauf
Kunststoffblister, auf Karton gesiegelt (Standard) + +
Kunststoffschiebeblister mit Umbug + losem Kartondeckel + + +
loses Schiebeblister in ausgestanzter Kartonführung + + +
loses Schiebeblister Karton doppelt (Rückseite geschlossen) + + +
Kunststoffblister lose zwischen zwei Kartons + + +
Kunststoffblister lose im Klappkarton + + +
Kunststoffblister + lose Karte + Packgutt vor dem Blister ++ + ++
Vollkunststoffblister, versiegelt, bedruckt ++
Vollkunststoffblister, versiegelt, mit Einlegeetikette ++ +
Vollkunststoffblister mit Hinterschnittverschluß, 2tlg. ++ + ++
Vollkunststoffblister mit Druckknopfverschluß, 2tlg. ++ + ++
Kunststoffverpackung mit Scharnier ++ + ++
Vollkartonblister, Haube auf Vorder- oder Rückseite +

Legend: “++” sehr gut, “+” gut, “o” mangelhaft, “-” ungenügend.
Tabelle: Eigenschaften von Blisterverpackungen im Vergleich in Bezug auf Schutz (nach Schwarzman)
 

Mehrwegverpackung / weitere Verwendbarkeit Volumen und Gewicht der Verpackung Einstoffverpackung Mehrstoffverpackung Recyclingfähigkeit Recyclingware für Verpackung einsetzbar Verhalten auf der Deponie
Kunststoffblister, auf Karton gesiegelt (Standard) o x o
Kunststoffschiebeblister mit Umbug + losem Kartondeckel + o x o o o
loses Schiebeblister in ausgestanzter Kartonführung + o x o o o
loses Schiebeblister Karton doppelt (Rückseite geschlossen) + x o o o/-
Kunststoffblister lose zwischen zwei Kartons x o o o/-
Kunststoffblister lose im Klappkarton x o o o/-
Kunststoffblister + lose Karte + Packgutt vor dem Blister + o x o o o
Vollkunststoffblister, versiegelt, bedruckt + x o o +
Vollkunststoffblister, versiegelt, mit Einlegeetikette + x + + +
Vollkunststoffblister mit Hinterschnittverschluß, 2tlg. + o/- x + + +
Vollkunststoffblister mit Druckknopfverschluß, 2tlg. + o/- x + + +
Kunststoffverpackung mit Scharnier + o/- x + + +
Vollkartonblister, Haube auf Vorder- oder Rückseite x + +

Legend: “++” sehr gut, “+” gut, “o” mangelhaft, “-” ungenügend, “x” – Bestätigung als…
Tabelle: Eigenschaften von Blisterverpackungen im Vergleich in Bezug auf Recycling (nach Schwarzman)
 

ohne Änderungen (geringe) Änderungen Neubau notwendig
Kunststoffblister, auf Karton gesiegelt (Standard) HSA HSP
Kunststoffschiebeblister mit Umbug + losem Kartondeckel SB
loses Schiebeblister in ausgestanzter Kartonführung x
loses Schiebeblister Karton doppelt (Rückseite geschlossen) HSA HSP
Kunststoffblister lose zwischen zwei Kartons HSA HSP
Kunststoffblister lose im Klappkarton HSA HSP o
Kunststoffblister + lose Karte + Packgutt vor dem Blister x
Vollkunststoffblister, versiegelt, bedruckt HSA, FFS, HSP
Vollkunststoffblister, versiegelt, mit Einlegeetikette FFS, HSA, HSP
Vollkunststoffblister mit Hinterschnittverschluß, 2tlg. RV, RDKP
Vollkunststoffblister mit Druckknopfverschluß, 2tlg. RV, RDKP
Kunststoffverpackung mit Scharnier RV, RDKP
Vollkartonblister, Haube auf Vorder- oder Rückseite HSA HSP HSA HSP

Legend: “HSA” – Heißsiegelautomat, “HSP” – Heißsiegelpresse, “SBli” – Schiebeblisterautomat, “FFS” – Form-Füll-Schießanlage, “RV” – Thermoformautomat mit Vakuumformung, “RDKP” – Thermoformautomat mit Druckluftformung, “o” mangelhaft, “x” – Bestätigung als…
Tabelle: Eigenschaften von Blisterverpackungen im Vergleich in Bezug auf Herstellbarkeit auf Serienmaschinen (nach Schwarzman)
 

Dimensionsstabilität UV-Stabilität Knickempfindlichkeit
Kunststoffblister, auf Karton gesiegelt (Standard) o o o
Kunststoffschiebeblister mit Umbug + losem Kartondeckel o/- o o
loses Schiebeblister in ausgestanzter Kartonführung o
loses Schiebeblister Karton doppelt (Rückseite geschlossen) o
Kunststoffblister lose zwischen zwei Kartons o o +
Kunststoffblister lose im Klappkarton o + +
Kunststoffblister + lose Karte + Packgutt vor dem Blister -/o +/o
Vollkunststoffblister, versiegelt, bedruckt + + +
Vollkunststoffblister, versiegelt, mit Einlegeetikette + + +
Vollkunststoffblister mit Hinterschnittverschluß, 2tlg. + + o
Vollkunststoffblister mit Druckknopfverschluß, 2tlg. + + o
Kunststoffverpackung mit Scharnier + + o
Vollkartonblister, Haube auf Vorder- oder Rückseite o

Legend: “++” sehr gut, “+” gut, “o” mangelhaft, “-” ungenügend.
Tabelle: Eigenschaften von Blisterverpackungen im Vergleich in Bezug auf Lagerung / Langzeitqualität (nach Schwarzman)
 

Transportstabilität Aufwand für die Umverpackung Konzept / Universelle Verwendbarkeit Präsentation und Kaufanreiz Garantiefunktion / Sicherheit
Kunststoffblister, auf Karton gesiegelt (Standard) + o + + +
Kunststoffschiebeblister mit Umbug + losem Kartondeckel o o o + o
loses Schiebeblister in ausgestanzter Kartonführung + o
loses Schiebeblister Karton doppelt (Rückseite geschlossen) + o
Kunststoffblister lose zwischen zwei Kartons + o + + o
Kunststoffblister lose im Klappkarton o + + o
Kunststoffblister + lose Karte + Packgutt vor dem Blister +
Vollkunststoffblister, versiegelt, bedruckt o/+ o + + +
Vollkunststoffblister, versiegelt, mit Einlegeetikette o/+ o + + +
Vollkunststoffblister mit Hinterschnittverschluß, 2tlg. o/+ o o +
Vollkunststoffblister mit Druckknopfverschluß, 2tlg. o/+ o o +
Kunststoffverpackung mit Scharnier o/+ o o +
Vollkartonblister, Haube auf Vorder- oder Rückseite o/+ o/- -/o

Legend: “++” sehr gut, “+” gut, “o” mangelhaft, “-” ungenügend.
Tabelle: Eigenschaften von Blisterverpackungen im Vergleich in Bezug auf Transportstabilität, Aufwand für die Umverpackung, Konzept / Universelle Verwendbarkeit, Präsentation und Kaufanreiz, Garantiefunktion / Sicherheit (nach Schwarzman)
 

Verfahren, wie aus Kunststoffen Verpackungen werden

Bei der Verarbeitung von Kunststoffen unterscheidet man in Urformverfahren und Umformverfahren.

Die gebräuchlichsten Urformverfahren

Gießen: Bei diesem Verfahren werden Kunststoffe im Schmelzverfahren so verarbeitet, dass sie im geschmolzenen Zustand eine Viskosität erreichen, die unter 10³ mPas liegt. So kann das Material in Formen gegossen werden. Ebenso kann der Materialauftrag auf Walzen oder Flächen erfolgen. Verpackungselemente sind so frei formbar.

Spritzgießen: Bei diesem Verfahren werden so genannte thermoplastische Kunststoffschmelzen über Düsen auf Werkzeuge / Rohformen aufgetragen. Das so aufgebrachte Material erstarrt auf den kalten Werkzeugen und führt so zur gewünschten Form. Die verwendeten Werkzeugformen sind mitunter verschlossen und werden erst nach dem Einbringen und Erstarren des Materials wieder geöffnet. Für die Aushärtung von Duromeren spielt Wärme eine große Rolle. Werkzeuge werden daher beim Spritzgießen beheizt, damit eine optimale Aushärtung erfolgen kann.

Pressverfahren / Spritzpressen: Wird bei duroplastischen Kunststoffen verwendet. Hier wird der Kunststoff kalt in eine Form gegeben und in der Form unter Druck und Wärme verformt. Wärme und Druck sorgen für das Aufschmelzen und Aushärten in der Werkzeugform.

Extrudieren: Dieses Verfahren findet bei der Herstellung von thermoplastischen Halbzeugen Verwendung. Es eignet sich zur Herstellung von Profilen, Folien, Rohren, Schläuchen oder Platten. Kunststoffrohmaterial wird in eine so genannte Extruderschnecke eingebracht und dort plastifiziert. Über eine Düse erfolgt der Austrag. Hier spielt wieder die Kühlung des Werkzeugs / Form eine wichtige Rolle, die das Material in der Form / Profil erstarren lässt. Durch Extrusions- oder Blasformen lassen sich selbst komplexe Hohlkörper mit Material ausblasen und nachfolgend in der Endform ausstarren.

Kalandrieren: Plastifizierte Kunststoffe werden in ein System aus Walzen aufgetragen. In Walzspalten erfährt das Material eine Auswalzung. Durch mehrfaches Walzen entstehen so Folien oder Platten.

Schäumen mit Treibmitteln: Kunststoff wird hier unter Zuhilfenahme von Treibmitteln aufgeschäumt. Es entstehen so Gasblasen, die bewirken, dass der Kunststoff optimal in die Hohlräume des Werkzeugs / Form gelangen kann. Für die Qualität des späteren Materials ist die gleichmäßige Schaumstruktur von entscheidender Bedeutung. Um diese gleichmäßige Schaumstruktur zu erreichen, erfolgt das Ausschäumen zum Zeitpunkt der Aushärtung.

Die gebräuchlichsten Umformverfahren

Thermoformen: Beim Thermoformen oder auch Warmumformen wird eine Kunststofffolie oder Kunststoffplatte durch Heißluft, Infrarot oder andere Methoden aufgeheizt. Das Aufheizen erfolgt über die so genannte Einfriertemperatur (ET) oder Kristallisationstemperatur (KT). Die so erwärmten Folien lassen sich so, zur Formgebung auf ein Werkzeug pressen oder ansaugen. Dabei erfolgt die Formgebung unter Anwendung von Druckluft, pneumatisch oder im Vakuum. Vielfach besteht dieser Prozess auch aus einer Kombination aus Maßnahmen.

Recken, Verstrecken: Hierbei werden Folien gedehnt. Diese Dehnung erfolgt bei Recktemperatur, die in etwa bei ET bzw. unter der KT Temperatur liegt. Das Material wird hierbei gedehnt und in der Form abgekühlt. Das erfolgt unter „Formzwang“, sodass das Material in der endgültigen Form verbleibt. Beim Verfahren ordnen sich die Makromoleküle im Material in Dehnungsrichtung neu an und erhalten dadurch mehr Festigkeit.

Weiterverarbeitungsverfahren:
Zahlreiche Weiterverarbeitungs- und Veredelungsverfahren kommen nach den eigentlich formgebenden Verfahren zum Einsatz. Bei der Produktion von Verpackungen werden Kunststoffe verschweißt, versiegelt, geklebt, kaschiert, geheftet und genäht. Eine Veredelung des Materials erfolgt durch
Metallisieren, Bedampfen, Beschichten, Beflocken oder Bedrucken. Thermoplastgranulate bilden das Ausgangsmaterial für die Verarbeitung, das Plastifizieren in so genannten Schneckenmaschinen erfolgt.

Tabelle: Herstellung von Packmitteln und Packhilfsmitteln aus Polyofinen

Herstellungsverfahren Zwischen- und Endprodukte
Polymerisationsverfahren Grund- oder Rohpolymerisate durch Emulsions-, Suspensions-, oder Massepolymerisationsverfahren aus Hoch-, Mittel- oder Niederdrucklagen etc.
Misch- oder Aufbereitungsverfahren Additivzusätze für Oxidations- und Lichtschutz, Stabilisierung, Gleit- und Farbmittel etc. zur Herstellung optimal verwendungsfähiger Packstoffe in Granulat- oder Pulverform
Halbzeugherstellungsverfahren Schlauch- und Flachfolien, Platten Die Pulver oder Granulatkunststoffe werden direkt zu Pack(hilfs-)mitteln verarbeitet
Verpackungsherstellungsverfahren Schweißen Siegeln Nähen Kleben Schrumpfen Stretchen Schneiden Recken Warmformen Formblasen Spritzgießen Formsintern und Rotationsgiesen Fädenextrusion
zu Packmittel als Verarbeitungsprodukte Einschläge Säcke Beutel Kissen Tuben Hüllen für Einzel-, Sammel- und Skinpackung Hüllen für Einzel-, Sammel- und Skinpackung Netze Bänder Bändchen Schnüre Bescher Schalen Tuben Flakons Flaschen Ballons Kannen Kanister Hobbocks Trommel Fässer Kästen und Flaschenkästen Steigen Eimer Verschlüsse Ballons Kannen Trommeln Fässer poröse Skinunterlagsplatten Netze Bindfäden

 

Herstellungsverfahren für Verpackungsfolien

Die wichtigsten Herstellungsverfahren bei Verpackungsfolien auf einen Blick:

Schlauchfolien-Extrusion: eines der meist angewendeten Verfahren bei Thermoplasten / Verpackungsfolien.
Flachfolien-Extrusion: Bei diesem Verfahren entstehen die optisch hochwertigsten Folien und Platten für Verpackungen. Sie sind besonders zu Warmformen von Packmitteln geeignet.

Kalandrieren von Hart-PVC, PVC-U- und PP-Folien: Verpackungsfolien für diverse Verwendungen.
Verbundfolien, i.d.R. Sperrschichtfolien können so ganz speziellen Anforderungen und Verpackungsaufgaben angepasst werden. In der Verpackungsindustrie kommt vielfach das Verfahren Coextrusion zur Verwendung. Es erfolgt die Extrusion mehrerer Schichten im Folienblasverfahren.

Coextrudierte Mehrschichtfolien: Bei den so genannten Multi-Layer-Folien lassen sich bis einer Dicke von 100 um in 5 bis 7 Schichten herstellen. Mehrschichtfolien mit mehr als 100 um Dicke eignen sich für formsteife und tiefgezogene Verpackungsmittel.

Coextrudierte Flachfolien werden als Mehrschichtbarriere-Folien hergestellt, die in größeren Stückzahlen in der Massenproduktion verwendet werden.
Flachfolienverfahren: Bei diesem Verfahren lassen sich Folien produzieren, die über eine Dicke von bis zu 400 um verfügen. Moderne Flachfolienanlagen verarbeiten heute über 5 Extruder 7 Schichten als Verbundfolie.

 

Tabelle: Eigenschaften und Produktionsanforderungen von Schlauchfolientypen für Verpackungen (nach Predöhl)

Folientyp Anwendungseigenschaften Produktionsmerkmale
Schwerschrumpffolie 50-180 µm Ausgeglichene Schrumpfwerte längs und quer ca. 40% Große AVB (1:3,5 bis 4,5), niedrige Schmelzindizies
Banderolenfolie längsorientiert, großer Längsschrumpf Kleines AVB (1:1,3 bis 1,8), PE-LD-Copolymere (dehnfähiger)
Tragtaschenfolie, PE-LD: 30-65 µm dick, PE-LLD: geringer ausgeglichene Festigkeiten, über 90% eingefärbt AVB 1:2,0 – 2,5, Schmelzindizies zwischen 0,5 und 0,9
Feinfolien gutes Gleitverfahren, hohe Transparenz hohe MFI 1,4, Zusatz von Gleit- und Antiblockmitteln
Schwersackfolie 150-250 µm dick hohe Steifigkeit, evtl. mit möglichst rauher Oberfläche, gute mechanische Festigkeit niedrige MFI-Werte (0,1 bis 0,3), gezielte Rohstoffauswahl, ABV 1:1,2 bis 1:1,4
Mehrschichtfolien 2 bis 5 Schichten, spez. Einsatzgebiete, wie für hohe Sperreigenschaften, gute Steifigkeit und Spiegeleigenschaften gezielte Rohstoffpaarungen im Hinblick auf Verbundhaftung und Einsatzgebiet, Mehrschichtkopf, 2 bis 4 Extruder
Stretchfolie hohe Dehnung, mehrnutzig, 400 bis 500 mm flach, 17 bis 30 µm, einseitig klebend PE-LD Copolymere, PE-LLD normale und klebende Schicht, aufwendige Wickler, geringe Bahnspannung, geringer Andruck
HM-(Papier)-Folie, PE-HD und PE-MD-Folie papierähnlicher Griff, gut sehr dünn anziehfähig bei hohen Festigkeiten große ABV (1:3,5 bis 4,5) kleine Abzugshöhen
Verpackungsbeutel PE-LD unter 10µm dick matt, papierartig, knistern sehr stark verstreckt
Kaschierfolie gute organische Eigenschaften, Transparenz, ausgezeichnete Plantage wickeln mit geringen Spannungen

Mehrschicht- und Verbundfolien ersetzen PVC & Co.

PVC und PVDC sind bei Lebensmitteln tabu. Kaum ein Stoff ist in der Vergangenheit mehr in Verruf geraten, wie es PVC oder PVDC ist. Chlorhaltige Kunststoffe als Verpackungen, werden von Verbrauchern und im Handel nicht mehr akzeptiert. Obgleich der ansonsten ausgezeichneten Produkteigenschaften im Hinblick auf insbesondere Sperreigenschaften, müssen andere Verpackungen und Folien diese Eigenschaften für Handel und Industrie abdecken.

Blisterverpackung für Handel und Industrie

Blisterverpackung für Handel und Industrie. Eier in einer Kunststoffverpackung.


 

Mehrschicht und Verbundfolien können das und sogar noch besser. Lebensmittelverpackungen stellen hier die größten Anforderungen hinsichtlich der Sperrwirkung bei Wasserdampf, Umgebungsluft, aber auch dem Schutz und Erhalt der Aromastoffe im Lebensmittel dar.

 

Tabelle: Trägerfolienbedingte Eigenschaften von Verbundfolien

Verbundfolie Eigenschaften
Zellglas-Verbundfolien Nicht witterungsbeständig, nicht kältebeständig, geringe mechanische Festigkeit, gute Barriereeigenschaften, bei niedriger Luftfeuchte
Polyester (oPET)-Verbundfolien Hohe mechanische Festigkeit, witterungsbeständig, kältebeständig, hitzebeständig, wasserunempfindlich, gute (mit zusätzlichen Barriereschichten sehr gute) Barriereeigenschaften
Polyamid (PA)-Verbundfolien Sehr hohe mechanische Festigkeit, witterungsbeständig, kältebeständig, hitzebeständig, wasserunempfindlich, je nach Dicke gute bis sehr gute Barriereeigenschaften, die sich bei höherer Luftfeuchte etwas verschlechtern. uPa-Verbundfolien sind dehnbar und sehr gut thermoformbar.
Polypropylen (PP)-Verbundfolien Hohe mechanische Festigkeit (nur oPP), witterungsbeständig, kältebeständig (nur oPP), mäßig hitzebeständig, wasserunempfindlich, ausgezeichnete Wasserdampfbarriere, ohne zusätzliche Barriereschicht, sehr hohe Sauerstoff- und Aromadurchlässigkeit.
Polyvinylchlorid (PVC)-Verbundfolien PVC-Verbunde sind im Gegensatz zu vorgenannten Hartverbunde. Sehr hohe Steifigkeit, geringe Gas- und Wasserdampfdurchlässigkeit, geringe Kälte- und Hitzebeständigkeit, sehr gut thermoformbar.

 

Blisterverpackung für Handel und Industrie

Blisterverpackung für Handel und Industrie

Verbundfolien sind meist transparent und bedruckbar. Mehrschichtfolien lassen sich in den Dicken von 20 um bis 1500 um herstellen. Auch können Mehrschichtfolien in Sachen Temperaturbeständigkeit ihre Vorteile klar ausspielen, sie liegt zwischen – 60 Grad C bis +135 Grad Celsius, sodass selbst Kochvorgänge in der Folie, aber auch Pasteurisieren oder Sterilisieren bei Lebensmitteln möglich ist. Starre Verpackungsmittel in Form von Hartverbundfolien, wie sie sich bei Schalen, Bechern und Deckeln finden, verfügen über hervorragende Barriereeigenschaften gegenüber Gasen, Aromen und Wasserdampf.

Das bietet Handel, Industrie, aber auch dem Verbraucher Vorteile, die mit kaum einem anderen Verpackungsmaterial zu realisieren wären.